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digitale Frachtdokumente

eFTI auf der Zielgeraden

Ab Juli 2027 müssen Behörden in den EU-Staaten, die eFTI-Meldungen akzeptieren, diese auch empfangen können.

Logistik
Veröffentlicht am: 08.05.2026

Digitalisierung läuft auf Hochtouren

Spanien ist vorgeprescht – und auch im restlichen Europa schreitet die Digitalisierung in der Logistik rapide voran. Ab Juli 2027 müssen Behörden in den EU-Staaten, die eFTI-Meldungen akzeptieren, diese auch empfangen können.  

Spanien macht Ernst: Ab 5.Oktober dieses Jahres müssen alle Transporte, die über spanisches Hoheitsgebiet rollen – egal ob innerstaatlich oder grenzüberschreitend –, ein digitales Kontrolldokument vorweisen können. Das „Documento de Control Administrativo (DCA)“ ist ein Kontrollinstrument, das künftig bei Straßenkontrollen in digitaler Form vorgelegt werden muss. Inhaltlich entspricht das DCA weitgehend dem CMR-Frachtbrief, der seit 1956 im Einsatz ist. Anstelle eines gesonderten DCA kann auch ein korrekt implementierter elektronischer Frachtbrief (eCMR) verwendet werden, sofern er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Europa bereitet sich auf eFTI vor

Doch nicht nur in Spanien: Auch in Österreich bzw. in ganz Europa laufen die Vorbereitungen auf die Digitalisierung im Transportwesen auf Hochtouren. Hintergrund ist die eFTI-Verordnung (Electronic Freight Transport Information) aus dem Jahr 2020. Bis Juli 2027 müssen die Behörden der EU-Länder in der Lage sein, eFTI-Meldungen anzunehmen. 

In Österreich wird derzeit unter Federführung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) an einem eFTI-Gate gearbeitet, an das zertifizierte eFTI-Plattformen angebunden werden sollen, die die notwendigen Daten liefern. Der heimische IT-Dienstleister EDITEL – Spezialist für digitale Lösungen in der Logistik-Branche – will als einer der ersten Anbieter eine entsprechende eFTI-Plattform zur Verfügung stellen. 

„Mit FreightLogs – unserer eCMR-Plattform – sind wir bestens gewappnet, um so schnell wie möglich loszulegen“, erklärt Thomas Höfler, Product Manager eCMR bei EDITEL. Die eCMR-Lösung ist bereits seit einiger Zeit bei LKW WALTER im Einsatz – laut dem Magazin Trend (Trend 500 – 2025) mit einem Umsatz von mehr als 2,8 Milliarden Euro nach den ÖBB und der Post der drittgrößte Transport- und Logistikkonzern Österreichs. 

Einmeldung an das eFTI-Gate

Die für 2027 geplante Umsetzung der eFTI-Verordnung auf Behördenseite ist jedoch nur der erste Schritt. Ab 2029 sollen – nach einer Evaluierung – auch Unternehmen verpflichtet werden, die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen digital einzumelden – so der aktuelle Stand. „Das Positive an der eFTI-Verordnung ist sicher, dass sie einen einheitlichen Rechtsrahmen in der EU schafft. Als eFTI-Plattform können wir dann für unsere Kunden von Österreich aus die notwendigen Daten an das eFTI-Gate melden – unabhängig davon, in welchem EU-Land der Transport stattfindet. Für unsere eCMR-Kunden werden wir die Einmeldung der notwendigen Daten als Add-on anbieten. Zusätzlich wird es eine Stand-alone-Lösung speziell für eFTI geben“, sagt Thomas Höfler.

Digitaler Frachtbrief gepaart mit e-Invoicing

Die Umsetzung der eFTI-Verordnung ist das eine – doch eine eCMR-Lösung, wie sie etwa von EDITEL angeboten wird, kann weit mehr. Sie stellt nicht nur den bisherigen Papier-Frachtbrief in digitaler Form bereit, sondern ist auch ein echter Enabler für weitere Automatisierungsschritte – etwa bei der Verzollung oder die Transportkostenabrechnung. 

„Die Automatisierung weiterer Geschäftsprozesse birgt den eigentlichen Charme von FreightLogs“, so Höfler: 

„Je nach Integrationstiefe können die erforderlichen Daten bis ins ERP-System durchgereicht und auch zur Erstellung digitaler Rechnungen genutzt werden.“


eCMR gepaart mit der Erstellung einer elektronischen Rechnung – ein Thema, das auch die e-Invoicing-Pflicht betrifft, die aktuell in einigen EU-Ländern bereits umgesetzt wird. Ein weiterer zentraler Schritt in Richtung Digitalisierung, der nicht nur die Transport- und Logistikbranche betrifft, sondern Unternehmen insgesamt.

Einsparungen von bis zu 27 Milliarden Euro möglich

Doch zurück zum eCMR: Laut Schätzung der EU-Kommission könnten die administrativen Kosten im Transport- und Logistik-Sektor in den nächsten 20 Jahren um bis zu 27 Milliarden Euro gesenkt werden. Pro Transport könnten laut der Studie „Digital Transformation: Advantages and opportunities of E-CMR“ rund 15 Minuten Arbeitszeit eingespart werden. Die Automatisierung nachgelagerter Geschäftsprozesse, etwa in der Zollabwicklung, ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Die Weichen sind also gestellt. Die Mehrheit der österreichischen Unternehmen im Transportsektor sieht die Digitalisierung als Chance – so das Ergebnis der EY-Studie „Digitaler Wandel in österreichischen Mittelstandsunternehmen“ (2025). Rund zwei Drittel (65 %) der befragten Unternehmen aus den Branchen Transport, Verkehr und Energie bewerten die Digitalisierung positiv. Lediglich ein Prozent – der niedrigste Wert aller Branchen – sieht darin eine Bedrohung.

Dieser Artikel ist am 8. Mai 2026 im New Business Logistik Guide erschienen.

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