DESADV –
Das Transportmittel der EUDR
Die EUDR stellt neue Anforderungen an Daten und Prozesse entlang der Lieferkette. Mit EDI lassen sich relevante Informationen in bestehende Lieferprozesse integrieren.
EUDR-Lieferinformationen effizient digital austauschen
Die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) wird konkreter. Mit der aktualisierten EUDR-Guideline Version 2.0 von GS1 Austria und ECR Austria liegen zusätzliche Orientierungshilfen für Unternehmen und ihre Lieferketten vor.
Besonders relevant für Unternehmen mit bestehenden EDI-Prozessen: Die Übermittlung der DDS-Referenznummer kann über den bestehenden DESADV (Despatch Advice) erfolgen. Eine neue EDI-Nachricht ist dafür nicht vorgesehen.
EUDR: Anforderungen werden konkreter
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) soll sicherstellen, dass bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung stehen. Betroffene Unternehmen müssen dafür unter anderem Informationen entlang der Lieferkette erfassen, austauschen und nachvollziehbar dokumentieren.
Die EUDR-Anforderungen betreffen damit nicht nur die internen Prozesse eines Unternehmens. Auch der Austausch relevanter Informationen zwischen Geschäftspartnern spielt eine zentrale Rolle.
Die EUDR-Guideline Version 2.0 von GS1 Austria und ECR Austria konkretisiert diesen Prozess und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Betroffenheit, Rollen und Verpflichtungen sowie den Umgang mit EUDR-relevanten Daten einzuordnen.
Was hat sich gegenüber dem Stand von Dezember 2025 geändert?
Im Vergleich zum damaligen Stand gibt es vor allem eine wichtige Konkretisierung für den elektronischen Datenaustausch:
Die DDS-Referenznummer (Due Diligence Statement) soll bevorzugt über den DESADV oder über das Compliance-IT-System des Handelspartners übertragen werden.
Damit wird der DESADV als bestehende EDI-Nachricht für die Übermittlung der relevanten Referenzinformation konkreter eingeordnet.
Für Unternehmen, die eine EDI-Implementierung für die EUDR planen, ist dabei ein Punkt besonders relevant:
Es ist keine neue EDI-Nachricht für die EUDR erforderlich.
Statt einen zusätzlichen Nachrichtentyp einzuführen, können bestehende Prozesse und Strukturen genutzt werden. Die EUDR-relevante DDS-Referenznummer wird in den bestehenden elektronischen Datenaustausch integriert.
Welche Rolle spielt der DESADV?
Der DESADV (Despatch Advice) ist eine standardisierte EDI-Nachricht auf Basis des internationalen UN/EDIFACT-Standards. Er dient dazu, Informationen über eine bevorstehende Lieferung elektronisch an den Geschäftspartner zu übermitteln.
In bestehenden EDI-Prozessen kann der DESADV damit auch für die Weitergabe der DDS-Referenznummer genutzt werden.
Das bietet insbesondere Unternehmen mit etablierten EDI-Strukturen einen praktischen Ansatz: Die EUDR-Anforderungen müssen nicht zwangsläufig über einen separaten Kommunikationsweg abgebildet werden. Stattdessen können relevante Informationen in bestehende Lieferprozesse integriert werden.
EUDR-Daten entlang der Lieferkette austauschen
Für die Umsetzung der EUDR ist nicht nur entscheidend, welche Informationen ein Unternehmen benötigt. Ebenso wichtig ist, wie diese Informationen zwischen Lieferanten, Handel und weiteren Geschäftspartnern ausgetauscht werden.
Ein strukturierter elektronischer Datenaustausch kann dabei helfen,
- EUDR-relevante Informationen automatisiert zu übertragen,
- bestehende Lieferprozesse weiter zu nutzen,
- manuelle Dateneingaben zu reduzieren und
- Informationen zwischen Geschäftspartnern nachvollziehbar auszutauschen.
Dabei gilt: Die konkreten Anforderungen hängen von der jeweiligen Rolle des Unternehmens und der betroffenen Lieferkette ab.
Was bedeutet das für Unternehmen mit EDI?
Unternehmen, die bereits mit EDI arbeiten, müssen für die EUDR nicht automatisch einen neuen Kommunikationskanal oder eine neue EDI-Nachricht einführen.
Die aktuelle Guideline schafft hier eine wichtige Orientierung: Die DDS-Referenznummer kann über den bestehenden DESADV ausgetauscht werden.
Für Unternehmen, die ihre EUDR-Prozesse jetzt planen oder bestehende EDI-Prozesse erweitern, ist deshalb eine frühzeitige Abstimmung mit Handelspartnern und EDI-Provider sinnvoll. Entscheidend ist, welche EUDR-relevanten Informationen benötigt werden und wie deren Austausch in den jeweiligen bestehenden Prozessen umgesetzt wird.
Unterstützung bei der Integration in bestehende EDI-Prozesse
EDITEL unterstützt Unternehmen bei der elektronischen Vernetzung mit ihren Geschäftspartnern und bei der Integration neuer Anforderungen in bestehende EDI-Prozesse.
Für die EUDR bedeutet das: Statt einen separaten Prozess für den Datenaustausch aufzubauen, können bestehende Strukturen gezielt erweitert und für die Übermittlung der erforderlichen Informationen genutzt werden.
So lässt sich die EUDR-Umsetzung mit den bereits etablierten Abläufen in der Lieferkette verbinden.
Fazit
Die EUDR wird konkreter – auch beim elektronischen Datenaustausch. Die aktuelle EUDR-Guideline Version 2.0 bestätigt den DESADV als bevorzugten Weg für die Übermittlung der DDS-Referenznummer und stellt gleichzeitig klar: Eine neue EDI-Nachricht ist dafür nicht erforderlich.
Für Unternehmen mit bestehenden EDI-Prozessen bedeutet das vor allem eines: Die EUDR kann in bestehende Lieferprozesse integriert werden, anstatt dafür einen komplett neuen Datenaustausch aufzubauen.
Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR)
Die Publikation „Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung“ Version 2.0 steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit.




